Kunsthalle Luzern: Lotta Gadola – Traces in Sight

Lotta Gadola (*1991, lebt und arbeitet in Luzern) hat sich im Jahr 2019 erfolgreich für die Publikation «Junge Kunst Stadt Luzern» beworben, die ihr von der Kommission Bildende Kunst Stadt Luzern verliehen wurde. Sie nutzt ihre Erstpublikation, um Einblick in ihr junges aber schon vielseitig ausgebildetes Werk zu geben und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Ihre Ausstellung hätte ursprünglich im Jahr 2020 stattfinden sollte, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. Ihre Monografie mit dem Titel «Traces in Sight» wurde Mitte August 2020 im sic! Elephanthouse publiziert.

Seit ihrem Masterabschluss an der Hochschule Luzern – Design & Kunst beschäftigt sich Lotta Gadola in ihrer künstlerischen Arbeit mit dem menschlichen Körper und seinen Verhaltens- und Bewegungsmustern. Oftmals setzt sie ihren eigenen Körper als unmittelbares Werkzeug und Material ein, um in verschiedenen Medien – Video, Fotografie, Plakate, Objekte – ihre performativen Aktionen festzuhalten. Das Interesse der Künstlerin gilt dem zeitgenössischen Diskurs um, über und mit dem Körper und seiner permanenten Relation zu gesellschaftlichen und identitätsstiftenden Themen. Vom körpereigenen Kopfhaar, über die Kontaktlinse bis zum Smartphone – der Körper und dessen physischen Prothesen und gedanklichen Erweiterungen sind oft Gegenstand der Untersuchung. Die Künstlerin schöpft für die Bildfindung aus präzisen Beobachtungen des Alltäglichen und verarbeitet diese in ihren Arbeiten.

Die Verleihung der Erstpublikation ist mit der Realisierung einer ersten, institutionellen Einzelausstellung in der Kunsthalle Luzern verbunden. Lotta Gadola nutzt die Öffentlichkeit der Kunsthalle Luzern, dank der verglasten Fensterfront und Nähe zu den Bistrobesuchenden, für eine orts- und raumspezifische Videoinstallation. In menschlicher Übergrösse realisiert die Künstlerin performative Abbilder ihrer eigenen Körperlichkeit, um sie anschliessend direkt auf die Scheiben zu projizieren. Sie thematisiert somit den ambivalenten Zustand zwischen Aussen- und Innenraum und verortet ihre Arbeit in unmittelbarere Nähe zu den Besucher*innen des Bourbaki Panoramas, die der intimen Körperlichkeit direkt ausgesetzt sind. Lotta Gadola befasst sich zusätzlich mit der Soziologie des Körpers, die sich vor allem innerhalb des Erscheinungsbilds einer Jugendkultur in Bezug auf Zugehörigkeit und Individualisierung darstellen lässt. So hinterfragt sie mit ihrer grossformatigen Rauminstallation auch gegenwärtige Identitätsmerkmale und Bedeutungszuschreibungen durch die Popkultur.

Programm:

SA 17. April 2021, 14.00 – 20.00 Uhr
Eröffnungstag / Softopening
Aufgrund der aktuellen Bestimmungen des Bundes findet keine reguläre Vernissage statt. Die Künstlerin Lotta Gadola und das Team der Kunsthalle Luzern sind vor Ort.
Rahmenprogramm

SA 8. Mai 2021, 19.30 Uhr & SO 9. Mai 2021, 18.00 Uhr
«at eye level» Performance von Lotta Gadola, Mahtola Wittmer und Maura Wittmer. im Rahmen vom «Streitfestival». In Kooperation mit Kulturkeller Winkel, Luzern.
www.winkel.lu
Der Kulturkeller Winkel veranstaltet unter dem Thema «Streit» vom 01.-11. Mai 2021 sein erstes Festival in der ganzen Stadt. Das spartenübergreifende Festival geht der Frage nach, wie konstruktiver Streit aussieht und wie dieser gesellschaftlich nutzbar gemacht werden kann. Ein vielfältiges Programm aus Theater, Performances und Ausstellungen, das sich mit der eigenen Streitkultur und demokratischen Prozessen beschäftigt findet im Kulturkeller Winkel, der Peterskapelle und der Kunsthalle Luzern statt.

MI 19. Mai 2021, 14.00 bis 19.00 Uhr
Künstlerin und Kurator vor Ort

SO 30. Mai 2021, 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Finissage
15.00 Uhr: Gespräch mit der Künstlerin Lotta Gadola, Medientheoretikerin Doris Gassert, Kurator Michael Sutter

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